Unsere Schritt für Schritt Anleitung zum Anbau von Tomaten

Der Anbau von Tomaten ist mitunter keine ganz leichte Aufgabe, es gibt vieles zu beachten, und vieles was falsch gemacht werden kann. Viele Anfänger werfen schon nach dem ersten Versuch die Flinte ins Korn. Die nachfolgende Anleitung erklärt Schritt für Schritt welche Dinge beachtet werden müssen und gibt Tipps für eine gelungene Tomatenernte. Alle Informationen beruhen auf Jahrelanger Erfahrung, und sollen dazu dienen typische Fehler zu vermeiden. Viel Spaß!

Schritt 1: Die Aussaat

Tomaten benötigen recht lange bis sie Früchte ausbilden, da sie sehr Kälteempfindlich sind ist eine Voranzucht im Haus unbedingt notwendig. Der optimale Zeitraum um mit dem Vorziehen zu beginnen liegt zwischen Mitte Februar und Ende März. Die Voranzucht ist ein wichtiger Schritt im Tomatenanbau, sie ist der Grundstein für eine gesunde und Kräftige Pflanze welche eine gute Ernte liefert. Folgende Dinge werden grundsätzlich für eine Erfolgreiche Anzucht benötigt:

  • Tomatensamen der Sorte deiner Wahl
  • Anzuchtplatte mit Deckel
  • Anzuchterde
  • Ein Sprühfläschchen zum Anfeuchten

Anzuchterde ist eine Erde mit wenigen Nährstoffen, welche dafür sorgt, das der Keimling starke Wurzeln Bildet. Eine Anzuchtplatte, welche einzelne Töpfchen aufweist bietet den großen Vorteil, dass kein mühlevolles Pikieren (Vereinzeln) notwendig ist.

Februar/März

Mühlevolles Pikieren kann man sich spaaren, indem man eine Anzuchtpalette nutzt.

Die Anzuchtplatte wird nun mit der Anzuchterde befüllt anschließend folgt die Aussaat. In der Regel reicht es einen Samen pro Töpfchen auszusähen, jedoch wird nicht jeder Samen Keimen! Wer auf Nummer sicher gehen will, kann auch zwei Samen pro Töpfechen ausbringen, und nach der Keimung eine Pflanze pro Topf aussortieren. Tomaten sind sogenannte Lichtkeimer, und dürfen nicht zu tief ausgesät werden. Es empfiehlt sich aber dennoch sie leicht mit Erde zu bedecken (weniger als 5 Millimeter stark), damit sie schön feucht bleiben. Zum Schluss mit einer Sprühflasche Anfeuchten und den Deckel auf die Anzuchtplatte setzen. Hierdurch entsteht ein Warm-Feuchtes Treibhausklima, welches die Keimung begünstigt.

Die Anzuchtplatte sollte nun bei mindestens 20°C an einen Hellen Ort gestellt werden. Falls die Erde anfängt auszutrocknen muss diese wieder vorsichtig mit einer Sprühflasche befeuchtet werden.

 

Schritt 2: Nach der Keimung

2 Wochen nach Aussaat

Nach etwa 10 bis 14 Tagen ist es dann endlich soweit: Die ersten Tomaten fangen an zu Keimen! Ganz besonders wichtig es ist nun den Deckel abzunehmen und die Keimlinge an einen Kühleren und möglichst Hellen Ort zu stellen! Bleiben die Tomaten an einem zu warmen Ort, oder stehen sie nicht an einem ausreichend hellen Ort wachsen sie sehr schnell und bilden einen langen und Dünnen Stamm welcher leicht umknickt, und dafür sorgt, das die Pflanze später nicht Optimal mit Wasser und Nährstoffen versorgt wird. Dies führt wiederum dazu, dass die Pflanze nur kleine und wenig Tomaten bildet. Da es nicht immer einfach ist einen Hellen und Kühlen Ort im Haus zu finden ist es sehr empfehlenswert eine UV – Pflanzenlampe zu nutzen. Diese sorgt dafür, dass den Pflanzen selbst an den dunkelsten Orten ausreichend Licht zur Verfügung steht. Auf diese Weise erhält man Kräftige und gesunde Tomatenpflanzen! Natürlich kann eine solche Lampe auch für alle anderen Pflanzen im Haus und das ganze Jahr über genutzt werden. Die empfindlichen Pflänzchen sollten übrigens weiterhin nur mit der Sprühflasche gegossen werden.

Tomaten kurz nach dem Keimen, neben den Keimblätern sind bereits richtige Blätter gewachsen!

Schritt 3: Das Umtopfen

1 Monat nach Aussaat

Sobald die Pflänzchen die Pflanzplatten-Töpfchen vollständig durchwurzelt haben können sie in einen größeren Anzuchttopf mit besserer Erde gesetzt werden. Das es soweit ist erkennst du daran, dass die Wurzeln auf der Unterseite der Pflanzplatte austreten. Durch eine Nährstoffreichere Erde wie beispielsweise Tomatenerde kann das Pflanzenwachstum nun an Fahrt aufnehmen. Wichtig ist weiterhin ein relativ kühler und heller Standort, am besten unter einer UV Pflanzenlampe. Hier können die Pflänzchen verbleiben bis sie an Ihren endgültigen Standort gesetzt werden.

Wer seine Pflanzen in Kübeln, z.b auf dem Balkon stellen will, kann die Pflänzchen jetzt auch direkt in die Kübel Pflanzen. Wichtig ist, dass die Pflanzen weiterhin im Haus stehen können.

 

Schritt 4: Abhärtung der Pflanzen

Ab Mitte April

Sobald die ersten wärmeren Tage mit mehr als 12°C im Frühjahr auftreten sollten die Tomaten Tagsüber nach draußen ins Freie gestellt werden. Sie können sich nun langsam an die Raueren Bedingungen außerhalb der Wohnung gewöhnen. Insbesondere der Wind trägt dazu bei, dass sich die Pflanzen kräftig und standfest entwickeln, da sie ihren Strunk aufgrund der Windbewegungen verstärken. Bei Regenwetter, oder zu starkem Wind sollten die Pflanzen allerdings weiterhin im Haus bleiben, da sie sonst beschädigt werden könnten.

 

Schritt 5: Auspflanzen

Ab Mitte Mai

Ab etwa Mitte Mai ist es nun endlich soweit: die Tomatenpflanzen können an Ihren endgültigen Standort gepflanzt bzw. gestellt werden. Hier greift auch heute noch die altbekannte Regel: Pflanzen erst nach den Eisheiligen… sicher ist sicher! Wer allerdings stolzer Besitzer eines Gewächshauses ist, kann seine Tomaten auch schon etwas Früher auspflanzen. Wichtig ist es hierbei den richtigen Standort zu wählen: möglichst geschützt, und einen Platz in voller Sonne sollte es sein. Im Idealfall sind die Tomatenpflanzen gegen Regen geschützt, da Wasser auf den Blättern zu Braunfäule führen kann. Auch hier ist der Standort im Gewächshaus am besten geeignet, alternativ ist ein Tomatenunterstand eine gute und günstige Möglichkeit. In sehr Trockenen und Warmen Jahren kann auch ein Freilandanbau Erfolgversprechend sein. Wer unbedingt den Freilandanbau wagen will, sollte auf Robuste Sorten setzen, welche für den Anbau unter freiem Himmel geeignet sind.

 

Schritt 6: Gießen/Bewässern

Das ganze Jahr

Ein nicht zu unterschätzender Punkt ist zudem die Bewässerung. Tomatenpflanzen sollten aufgrund der Gefahr von Braunfäule immer im Wurzelbereich gegossen werden. Am besten eignen sich hierfür Schläuche zur Tröpfchenbewässerung. Hiermit lassen sich die Wurzeln der Tomatenpflanze immer ausreichend feucht halten, diese Art der Bewässerung spart zudem Wasser ein.

Da Tomaten wie in der eingangs der Anleitung erwähnt nicht im Regen stehen sollten stellt das Bewässern in Zeiten von beispielsweise einem Urlaub eine besondere Herausforderung dar. Eine moderne Lösung ist es die Bewässerung mithilfe einer Zeitschaltsteuerung oder mittels Smart Home Steuerungen vom Smartfone aus. Für Topf und Kübel Tomaten eignet sich für einen kürzeren Urlaub beispielsweise die Bewässerung mit Tonkegeln und alten Weinflaschen.

 

Schritt 7: Düngen

Mai/Juli

Tomaten gehören zu den Starkzehrern, das heiß, dass sie sehr viele Nährstoffe, beziehungsweise einen gut gedüngten Boden benötigen. Ein geeigneter Dünger sollte unmittelbar nach dem Raauspflanzen ausgebracht werden. Nach einigen Wochen empfiehlt es sich nochmals nachzudüngen, aber Vorsicht! wer es hier übertreibt kann der Pflanze auch schaden. Geeigneter Dünger lässt sich sehr gut selbst herstellen, indem man in einem Komposter Bio und Grünabfälle Kompstiert. Auf diese Weise lässt sich der eigene Bioabfall und Grünabfall in Leckere Tomaten umwandeln, und man kann sich die Biotonne sparen. Soabld die Pflanzen groß genug sind, lassen sich Buschbohnen aussähen, und so als Dünger verwenden .Sie reichern Stickstoff mithilfe von Knöllchenbakterien im Boden an, was der Tomatenpflanze zugutekommt. Schöner Nebeneffekt: Es lassen sich neben Tomaten auch Bohnen ernten!

 

Schritt 8: Ausgeizen

Das ganze Jahr

Neben dem Düngen ist das sogenannte Ausgeizen die wichtigste Pflegemaßnahme. Hierbei werden Seitentriebe, welche sich in den Blattachseln der Pflanze bilden mit einer Gartenschere abgeschnitten. Sinn des Ganzen ist das Verbuschen der Pflanze zu verhindern, da die Pflanze ihre Kräfte sonst anstatt in Tomaten lieber in Blattgrün stecken würde.

Geiztrieb einer Tomatenpflanze an einer Blattachsel

Zu dichtes Blattwerk fördert zudem den Befall von Braunfäule. Wer möchte kann 1 bis 2 Geiztriebe zu Nebentrieben heranwachsen lassen, bei gut gedüngtem Boden lässt sich auf diese Weise der Ertrag steigern, mehr sollten es aber definitiv nicht sein. Neben den Geiztrieben darf aus den genannten Gründen auch auch das ein oder andere Blatt abgeschnitten werden.

 

Schritt 9: Bestäubung

Juni bis September

Last but not least: Die Bestäubung! Tomaten werden auf zwei Arten bestäubt, durch den Wind, und durch Hummeln, wobei letztere am zuverlässigsten Bestäubt. Für beide Varianten muss die Tomatenpflanze im Freien stehen. Für Gewächshäuser und Tomatenunterstände empfiehlt es sich einfach die Türen aufstehen zu lassen. Wer die Chance der Bestäubung erhöhen will kann beispielsweise den Garten oder die Umgebung mit Insektenhotels für Wildbienen und Hummeln Attraktiver machen und tut so gleichzeitig etwas für den Artenschutz. Behelfsweise lassen sich die Blüten auch mit einem Pinsel bestäuben.

Unscheinbare Blüten an einer Tomatenpflanze

Schritt 10: Ernte

August/September

Darauf haben wir alle gewartet: Bolognese aus eigenen Tomaten, Suppen aus eigenen Tomaten, Mozzarella mit eigenen Tomaten u.s.w… Tomaten aus dem eigenen Garten schmecken definitiv besser als jene aus dem Supermarkt!  Ab etwa Mitte Juli werden die ersten Tomaten Reif, als erstes starten in der Regel Cocktailtomaten, als letztes werden Fleischtomaten reif. Die Erntezeit kann sich abhängig von Witterung und Pflanzzeitpunkt bis Ende September erstrecken.

Erfolgreiche und üppige Tomatenernte im Spätsommer

Wenn man alles richtig gemacht hat erntet man mehr Tomaten als man Essen kann, zum Glück lassen sich viele Gerichte einfrieren. Eine weitere gute Möglichkeit ist das Trocknen mittels Dörrautomat und anschließendes Einlegen in gutes Olivenöl. Das Olivenöl nimmt zudem Aromen der Tomaten auf, und kann zum Beispiel für Salate verwendet werden.