Dünger selbst herstellen

Die Tomatenpflanze gehört, zu jenen Pflanzen welche sehr guten Boden bzw. sehr nährstoffreichen Boden benötigen, den sogenannten Starkzehrern. Die Düngung ist wichtig, um ein optimales Wachstum der Pflanze zu ermöglichen. Sind nicht genügend Nährstoffe vorhanden bildet die Tomatenpflanze weniger Blütenstände und somit auch weniger Früchte. Im schlechtesten Fall verkümmert die Pflanze und wächst kaum bzw. bildet nur sehr dünne Stiele, eine gute Ernte kann man dann auch nicht erwarten. Die Düngung ist somit ein essentieller Teil des Tomatenanbaus, zumidest wenn man eine üppige Ernte einfahren möchte. Hierbei lassen sich Kunstdünger, sowie organische Düngemittel nutzen, wobei letzte vorzuziehen sind. Der Vorteil von organischem Dünger ist, dass sich dieser auch sehr einfach selbst herstellen lässt, beispielsweise durch Kompostieren. Weiterhin kann man mit selbst hergestelltem organischen Dünger nicht viel falsch machen, da ein Überdüngen mit dieser Art von Dünger fast unmöglich ist die Frage nach der Dosierung stellt sich hier in der Regel nicht. In diesem Artikel zeigen wir verschiedene Wege um Dünger selbst Herzustellen, für jeden Lebensumstand, egal ob in der kleinen Mietwohnung oder im Haus mit großem Garten werden Möglichkeiten aufgezeigt. Wichtig dabei ist es rechtzeitig vor dem Anpflanzen mit der Herstellung des Düngers zu beginnen, da die Herstellung einige Zeit in Anspruch nimmt, im Zweifel gibt es organische Dünger für das erste Jahr auch im Handel zu Kaufen.

Fertigkompost, der wohl beste organische Dünger für Tomaten

Kompostieren

Kompostieren ist ein Verfahren, welches bereits seit Jahrhunderten eingesetzt wird und sich bis heute bewährt hat, es nimmt dabei jedoch die meiste Zeit in Anspruch. Für das Kompostieren werden geeignete Abfälle in einem Behältnis, oder auf einer Miete angehäuft. Geeignet sind unteranderem:

      ·         Pflanzliche Küchenabfälle aller Art

      ·         Grünschnitt

      ·         In Maßen auch Rasenschnitt

      ·         Laub

      ·         Zweige und Äste (zerkleinert)

      ·         Asche

Zum Kompostieren eigenen sich folgende Verfahren:

Klassischer Kompost (Kompostmiete)

Diese Form des Kompostierens wird immer seltener betrieben, sie ist vergleichsweise zu modernen Verfahren recht aufwendig. Außerdem ist der klassische Kompost die langsamste Art Dünger herzustellen. Ein klassischer Komposter besteht in der Regel aus einem Holzrahmen mit Luftschlitzen. In diesen Rahmen wird das zu kompostierende Material aufgeschichtet. Für den Betrieb ist es Sinnvoll zwei solcher Rahmen zu besitzen, da man den Kompost einfach umschichten kann. Der klassische Kompost ist eine sehr kostengünstige Variante, da er sich mit wenig Aufwand aus einfachsten Baumaterialien herstellen lässt.

Unterschiedliche  Varianten eines klassischen Komposters (Varianten aus Holz und Metall)

Schnellkomposter:

Wie der Name schon sagt ist diese Bauweise für schnelleres Kompostieren geeignet. Durch die meist dunkle Farbe soll zur Erwärmung beitragen, für eine ausreichende Durchlüftung sollten genügend Schlitze vorhanden sein. Wichtig ist hier vor allen Dingen ein gutes Schichten, es passiert leicht dass das zu kompostierende Material nicht in die Ecken gelangt. Auch hier vereinfacht das Vorhalten eines zweiten Schnellkomposters das Umschichten erheblich. Der sogenannte Thermokomposter ist ein Schnellkomposter mit Isolation. Diese Variante ist darauf ausgelegt möglichst lange eine hohe Temperatur zu halten, und den Kompostiervorgang weiter zu beschleunigen.

Tipp: Auch ohne die Verwendung von tierischen Abfällen kann es passieren dass sich Ratten und Mäuse im Kompost einfinden. Um diesem Fall vorzubeugen kann ein Gitter, oder ein Drahtgeflecht unter dem Komposter platziert werden.

Wurmkomposter:

Auch hier sagt der Name schon alles: Würmer verwandeln die Bioabfälle in Dünger. Die Wurmkiste ist sehr kompakt, und eignet sich daher z.b auch für eine Wohnung mit Balkon. Auch bei dieser Variante muss umgeschichtet werden. Würmer sind nicht in der Lage jede Art von Grünabfällen zu verwerten, weshalb vorher sortiert werden muss. Eine Gebrauchsanweisung liefern die Hersteller von Wurmkompostern in der Regel mit.

Bokashi –  Eimer

Durch Fermentation unter Sauerstoffabschluss erhält man sowohl einen Flüssigdünger, wie auch einen festen Dünger. Der Bokashi – Eimer ist äußerst Kompakt, und kann wie ein normaler Bioabfalleimer in der Küche verwendet werden. Geeignet ist dieses Verfahren besonders für die Düngergewinnung ohne Garten z.b für den Tomatenanbau auf dem Balkon. Nachdem der Eimer befüllt ist wird er verschlossen, und die Fermentation beginnt. Die Gehrung läuft sehr schnell ab und liefert schon nach vier bis sechs Wochen wunderbaren Tomatendünger. Der Dünger riecht leicht säuerlich, aber nicht unangenehm, der Bokashi – Eimer kann somit problemlos auch in einer Mietwohnung zur Düngerherstellung genutzt werden. Da der Eimer während der Fermentation nicht weiter befüllt werden kann, sollte man zwei Eimer alternierend nutzen.

Brenneselsud / Brenneseljauche und Buschbohnen

Brennsesselsud ist ein stickstoffhaltiger Flüssigdünger, ideal für den Tomatenanbau welcher sich mit sehr geringem Aufwand in zwei bis drei Wochen herstellen lässt. Wie der Name schon sagt stinkt dieses Gemisch ähnlich wie Jauche, und ist nichts für schwache Nasen. Zum Herstellen benötigt man lediglich zwei Komponenten: Brennnesseln und Wasser. Die Brennesel am besten etwas zerkleinern und dann mindestens zwei Wochen im Wasser gehren lassen. Die Brennnesseln sollten noch keine Samen ausgebildet haben, da man sich die Brennnesseln so ins Beet holen würde. Die Jauche kann vor dem ausbringen mit einer Gießkanne etwas verdünnt werden. 

Buschbohnen (links) und Brennseln (rechts) können zusätzlich als Organischer und Biologischer Dünger eingesetzt werden

Sobald die Tomaten groß genug sind kann man zusätzlich Buschbohnen im Tomatenbeet bzw. Kübel pflanzen. Die Bohnen reichern mithilfe von Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln Stickstoff im Boden an, was auch den Tomaten zugutekommt. Die Bohnenernte ist ein weiterer netter Nebeneffekt dieser Art des Düngens, sie können bis Juli unter den Tomaten ausgesät werden. Zu empfehlen auch in Kombination mit anderen Starkzehrern, wie beispielsweise Grünkohl.